* 30. September 1937 in Kiew, Komponist. Zunächst Autodidakt, setzte Syl’vestrov sein Studium 1955 bis 1958 an einer Abendmusikschule (neben dem Studium als Bauingenieur) fort. 1958 bis 1964 studierte er am Konservatorium in Kiew in der Klasse bei Borys Ljatošyns’kyj Komposition; anschließend unterrichtete er einige Jahre an einem Musikstudio. Seit 1970 lebt er als freischaffender Komponist.
Der Anfang von Syl’vestrovs Kompositionstätigkeit ist mit der sogenannten ›Kiewer Avantgarde‹ der 1960er-Jahre verknüpft, einer Strömung, die der heimischen Kunst, trotz starken Widerstands seitens der offiziellen konservativen Kreise, einen kräftigen Schub der Erneuerung brachte. Bereits in seinen frühen Werken machte Syl’vestrov als eigenständiger Komponist auf sich aufmerksam. Mitte der 1960er-und Anfang der 1970er-Jahre war seine Musik in seiner Heimatstadt kaum zu hören. Wenn damals überhaupt Premieren stattfanden, dann geschah dies insbesondere im damaligen Leningrad (vor allem nach der Initiative und unter der Leitung vom Dirigenten Ihor Blažkov [*1936]) oder im Westen (u.a. Bayerischer Rundfunk, Radio Baden-Baden 1962; Bremen, Pro musica nova 1964; Berliner Festwochen 1964, 1967; Biennale di Venezia 1965; Internationale Ferienkurse für Neue Musik, Darmstadt 1968). 1967 wurde eine Reihe seiner Werke mit dem ...