*um 1600, Todesdatum unbekannt, Lautenist. Nach einem Duell floh Jacques Gaultier 1617 aus Frankreich nach England, wo er in der Gunst des Herzogs von Buckingham stand. Dem königlichen Hof war er seit 1625 verbunden, und sein Name erscheint noch 1640 in den höfischen Rechnungsbüchern. Mit C. Huygens, den er 1622 am Hof kennenlernte, stand Gaultier in einem Briefwechsel. 1627 kam er wegen verleumderischer Rede gegen die Königsfamilie in Haft. Im Jahre 1630 hielt er sich in den Niederlanden auf, und in der Folge reiste er nach Madrid, wo er am Hof spielte. Nach seiner Rückkehr nach England nahm er an den Masques The Triumph of Peace von James Shirley (1634) und Britannia triumphans von W. Davenant (1637) teil. Verwandschaftliche Beziehungen zu D. und E. Gaultier bzw. zu Pierre (I) Gautier können nicht nachgewiesen werden. Gegen 1690 nennt R. Milleran (F-Pn Ms.Rés.823) Gaultier unter den wichtigsten Komponisten für Laute.Ein von Anthony van Dyck gemaltes Porträt (1632?), das vermutlich Jacques Gaultier darstellt, befindet sich im Madrider Museo del Prado; eine Radierung (um 1630) fertigte Jan Lievens an (s. MGG 4, 1955, Sp. 1479).