* 22. Mai 1851 in Sancoins (Cher), † 5. Nov. 1901 in Paris, Geiger, Dirigent und Komponist. Grillet begann als Violinist am Grand Théâtre von Lyon, bevor er sich in Paris einen Namen als Dgt. machte, erst der Folies-Bergères, anschließend, seit dessen Eröffnung im Jahr 1886, des Nouveau Cirque. Für die beiden Theater komponierte er zahlreiche Instrumentalstücke (Walzer, Polkas, Galopps, Märsche u. ä.), die nahezu gleichzeitig in Fassungen für Klavier bzw. Orchester veröffentlicht wurden. 1893, ein besonders fruchtbares Jahr für Grillet, erschien eine Gesamtausgabe seiner Werke für Klavier bei Deplaix. Der Komponist gehörte darüber hinaus zu den Wegbereitern der Wiederbelebung der Musik des MA. und der Renaissance. Mit L. Diémer (Cemb.), Raphael van Waefelghem (Va. d’amore) und Jules Delsart (Va. da gamba) gründete er die Société des instruments anciens, in der er selbst die Drehleier spielte. Nach dem erfolgreichen Debüt in der Salle Pleyel am 2. Mai 1895 trat das Ensemble viele Jahre hindurch in ganz Europa auf, insb. im Sommer 1897 in London.