* 10. Oktober 1928 (oder 1924) in Çubuklu (nahe Istanbul), † 10. Mai 2008 in Mailand, Sängerin. Leyla Gencer, die Tochter einer polnisch-katholischen Mutter und eines wohlhabenden türkisch-muslimischen Vaters, erhielt zunächst eine Lyzeum-Ausbildung und schrieb sich anschließend am Kons. von Istanbul ein. Einige Jahre später begann sie ein Gesangsstudium bei G. Arangi-Lombardi, mit der sie bis zu deren Tode arbeitete. 1950 debütierte Gencer als Santuzza (P. Mascagni, Cavalleria rusticana) am türkischen Staatstheater in Ankara, wo sie bis dahin im Chor gesungen hatte. Auf weiteren Gesangsunterricht bei A. Granforte folgte am 16. Juni 1953 ihr italienisches Bühnendebüt als Santuzza an der Arena Flegra (Neapel). In den frühen Jahren ihrer Karriere konzentrierte sie sich auf das ernste lyrische Repertoire und Zwischenfachrollen. Mit der Violetta in Verdis La traviata (1955 in Palermo) fand sie Zugang zum Repertoire des Soprano drammatico d’agilità, das mit nicht weniger als 16 Verdi-Partien zu ihrer eigentlichen Domäne werden sollte. Obwohl Gencer in der ganzen Welt auftrat, konzentrierte sie sich in ihrer Karriere auf Italien und gehörte zu den umjubelten Sängerinnen des Teatro San Carlo in Neapel und der Mailänder Scala, wo sie in mehreren UA zu hören war,...