* 30. Oktober 1934 in Amsterdam, † 13. August 2014 in Amsterdam, Blockflötist und Dirigent. Frans Brüggen studierte bei Kees Otten am Musiklyzeum in Amsterdam, wo er 1952 als erster Blockflötist die Abschlußprüfung machte. Ein Jahr später bestand er das Staatsexamen im Fach Querflöte. Von 1952 bis 1956 studierte er Musikwissenschaft an der Gemeente-Univ. Amsterdam. Er fühlte sich jedoch mehr zum ausübenden Musikerberuf hingezogen und erwarb sich in kurzer Zeit einen Namen als vortrefflicher Blockflötist, wobei er innerhalb kleiner Ensembles als Solist auf allen Typen von Blockflöten abwechselnd spielte. In den 1960er Jahren entwickelte sich Brüggen nicht nur zum Spezialisten für die Musik für Blasinstrumente aus der Barockzeit, sondern auch auf dem Gebiet der Aufführungspraxis (innerhalb von Seminaren u. a. von G. Leonhardt und N. Harnoncourt organisiert). Mehr als fünfzig Aufnahmen aus dieser Zeit finden sich auf dem Sub-Label Das alte Werk von Telefunken. Brüggen konzentrierte sich jedoch nicht ausschließlich auf die Barockmusik. In seinem Bestreben, die Blockflöte als vollwertiges und zeitloses Instrument akzeptiert zu sehen, gab er Kompositionsaufträge an Avantgarde-Komponisten, u. a. Rob du Bois (Music for Recorder, 1962), L. Andriessen (Sweet for Recorder, 1964), und L. Berio (...