* get. 8. Aug. 1589 in Rovigo, † 23. Okt. 1644 in Venedig, Organist und Komponist. Der ›eigentliche‹ Familienname Mentini, den F. Caffi (1854, S. 254) angibt und der vielfach in Nachschlagewerke Eingang gefunden hat, kommt in den ihn betreffenden Dokumenten nicht vor und wird auch von dem erhaltenen Taufeintrag nicht bestätigt. Seine Eltern waren ser Lodovico Filago und madonna Vienna (Passadore 1987, S. 81). Wie G. Frescobaldi soll er Schüler L. Luzzaschis gewesen sein, bevor er im Sept. 1608 Organist an der Kathedrale von Treviso wurde. Im Gegensatz zur bemerkenswerten, aber nicht ganz ungewöhnlichen Mobilität seiner Vorgänger behielt er dieses Amt 15 Jahre. Einen Teil seines Einkommens bezog er von der Hospitalkirche S. Giacomo di Schirial, und zusammen mit weiteren Mitgliedern der Domkapelle wurde er bei festlichen Anlässen, zu denen er sein organetto mitbrachte, von der Abtei S. Teonisto vergütet. Eigene Kompositionen, die mit dem anspruchsvollen Inhalt seines dritten Motettenbuchs 1619 gleichzusetzen sind, erprobte Filago auch in Messen oder Offizien der Kathedrale, und zwar ohne Absprache mit dem Kpm. A. Freddi, der sich beim Domkapitel darüber beschwerte. Da Freddi das qualitative Gefälle zwischen seinen eigenen Kompositionen und denjenigen Filagos...