*5. Aug. 1890 in Brunn am Gebirge (Niederösterreich), †3. Okt. 1987 in Edinburgh, Komponist und Musikwissenschaftler. Gál stammte aus einer jüdisch-ungarischen Ärztefamilie und wuchs in einer kulturell engagierten großbürgerlichen Atmosphäre im Wien der Jahrhundertwende auf. Gáls ernsthafte Beschäftigung mit Musik und Komposition begann mit ca. 15 Jahren, angeregt durch erste Besuche der Wiener Hofoper. Er wurde über Vermittlung von I. Brüll Schüler von Ladislav Ungar (einem Schüler von J. Epstein), wechselte nach einem Jahr zu Richard Robert. Alle Jugendwerke, die in dieser Zeit entstanden, vernichtete Gál später. Von entscheidendem Einfluß war jedoch Gáls Kompositionsunterricht bei E. von Mandyczewski (1908–1912; Gál ist somit ein Enkelschüler von Brahms). 1909 legte Gál die Abschlußprüfung für Klavier an der Wiener Musikakademie ab. Neben seiner Ausbildung am Kons. (ab 1909 Akad. für Musik) hatte Gál ab 1908 an der Univ. Wien Mw. studiert (Promotion bei G. Adler 1913). Ab 1909 war er Lehrer am Neuen Wiener Kons., 1919 bis 1929 auch Lektor für Musiktheorie (Kontrapunkt, Harmonielehre) an der Univ. Wien; parallel dazu arbeitet Gál an der Gesamtausgabe der Werke von Joh. Brahms und für die Denkmäler der Tonkunst in Österreich und konnte erste Erfolge...