*ca. 1680, †17. Juli 1734 in Paris, Sänger (Haute-contre) und Komponist. Eine frühe Militärzeit beendete Jacques Cochereau in Lille, wo er Mitglied des Opernchors wurde. Später ging er mit seiner Frau, einer Schauspielerin, nach Paris und spielte von 1702 bis 1718 (F. und C. Parfaict 1741: 1719) zahlreiche Rollen an der Académie royale de musique, so die Titelrollen in Lullys Persée, Bellérophon, Thesée, Atys und Phaéton. Der Kontrakt mit dem Operndirektor Francine datiert vom 7. Mai 1703 (vgl. M. Benoit/N. Dufourcq 1968). Cochereau sang in den UA von A. Campras Idomenée (Idamante), J. J. Mourets Les Fêtes de Thalie (Léandre) und J.-Fr. Salomons Medée (Jason). Von spätestens 1713 bis zu seinem Rückzug 1733 war er ordinaire de la musique du Roi und sang in vielen Konzerten in Versailles. Wie erstmals WaltherL berichtet, stand er auch in Diensten des Prince de Conti. Er unterrichtete die Töchter des Duc d’Orléans in Gesang und Cembalospiel im Kloster Chelles.