*1. Dez. 1850 in Frederiksberg (Kopenhagen), †26. Febr. 1926 in Kopenhagen, Komponist. Als Sohn einer wohlhabenden Beamtenfamilie, in der die Musik eine wichtige Rolle spielte, erhielt Lange-Müller in seiner Jugend privaten Klavierunterricht bei Gottfred Matthison-Hansen. 1870 begann er das Studium der Staatswissenschaft an der Universität. 1871 wurde er am Kons. aufgenommen, wo er Klavierunterricht bei Edmund Neupert nahm. Allerdings zwang ihn seine schwache Gesundheit, die sich u. a. in chronischen Kopfschmerzen äußerte, beide Studiengänge abzubrechen. Übergangsweise machte er eine Gärtnerlehre, in der Hoffnung, daß der Aufenthalt in der Natur die Kopfschmerzen lindern würde. Währenddessen setzte er seine musikalischen Studien selbständig fort und debütierte 1874 als Komponist mit fünf Liedern zu Texten aus B. S. Ingemanns Sulamith og Salomon. Mit diesen Liedern offenbarte er ein ungewöhnliches Talent für die Romanze und galt schon bald als der herausragendste dänische Komponist auf diesem Gebiet. Aufgrund seiner finanziellen Unabhängigkeit konnte er sich seinen Kompositionen widmen, und den Rest des Lebens verbrachte er zurückgezogen, ohne öffentliche Ämter zu bekleiden. Schon in seiner Jugend hatte er sich dem Kreis von jüngeren Musikern angeschlossen, die sich gegen Gades dominierenden Einfluß auf das dänische Musikleben wandten, und gründete 1874 zusammen mit Christian...