zwischen *1602 und 1605 in Parma, †26. Jan. 1662 in Rom, Komponist, Sänger und Harfenist. In Parma ausgebildet und zum Priester geweiht, siedelte Marazzoli vermutlich 1626 nach Rom über, wo er seine musikalischen Studien u. a. bei G. Allegri (ca. 1584–1652) fortsetzte. Wenig später trat er in den Dienst des Kardinals Antonio Barberini, eines Neffen von Papst Urban VIII. Marazzoli begleitete den Kardinal zunächst auf dessen Legaturen, u. a. 1631 nach Urbino. Als sich Antonio Barberini 1637 in Rom niederließ, stellte er Marazzoli als aiutante di camera und zwei Jahre später als musico in seinem Haushalt an. Auf Vermittlung der Barberini-Familie gelangte er ebenfalls 1637 als Tenorsänger in die Päpstliche Kapelle, von deren Diensten er sich jedoch in der Folgezeit häufig zugunsten lukrativerer Aufgaben beurlauben ließ. Besondere Verdienste erwarb sich Marazzoli als Opernkomponist. Bereits 1637 verfaßte er gemeinsam mit dem Kpm. der Cappella Giulia, V. Mazzocchi, die Oper Chi soffre speri, ein Jahr später die Ballettkomödie La pazzia d’Orlando und 1639 die neuen Intermedien zur überarbeiteten Chi soffre speri-Fassung. Zwischen 1640 und 1642 weilte Marazzoli in Ferrara und Venedig, wo er ebenfalls als...